40 Jahre FMC - Ein historischer Rückblick 

Am 24.09.1976 wurde der Freundeskreis „Friends of S.F.B. Morse Club“ (FMC) gegründet von den Mitgliedern des DARC Ortsverbandes Rüthen O37. Initiatoren waren Fritz Bach DJ6QM und Dr. Karl Rüggeberg DJ4FP. Aus dieser Gründerzeit sind noch Klaus DK7DO und Fritz DK1OU übrig geblieben. Die Aktivitäten spielten sich nur auf den Bändern ab, einmal monatlich traf man sich in einer urigen Dorfkneipe in Oestereiden im Sauerland. Die 10 OV-Mitglieder waren also auch die ersten 10 FMC-Mitglieder, öffentlich trat der FMC so gut wie nie in Erscheinung. Erst 1981 öffnete man sich etwas, DF5DD wurde als erster „Fremder“ mit der Mitgliedsnummer 11 offiziell aufgenommen, seit 1978 habe ich aber bereits jeden OV-Abend als Gast besucht. Zeit genug, um mich hinreichend auf Eignung testen zu können. Mit der Nummer 12 folgte Ralf DL7DO aus Berlin und mit der Nummer 13 Jürgen DJ4EY aus Warstein. Es waren also strenge Sitten in diesem etwas elitären Ortsverband, nur aktive Telegrafisten wurden im OV und damit auch im FMC akzeptiert. 

DL0AF war als Klubrufzeichen des FMC täglich auf den Bändern zu hören, häufig auch im QRS-Tempo, um Ansprechpartner zu sein für CW-Anfänger. So hatte DJ6QM täglich auf 80 m QSO mit DL6HY in langsamen Tempo.  Dadurch wurden bald andere CW-OP aufmerksam und manch einer fand den Weg ins Sauerland zu diesem speziellen CW-Ortsverband, man wollte diese CW-Hardliner doch einmal persönlich kennenlernen. Zu diesen Besuchern zählten u.a. DL7DO, DL6MK, DL1PM, DL3ZI, DL9SJ, DJ4EY, DJ6PC, DF5DD und manche andere. 

Der FMC sollte kein Verein mit Satzung und Vorstand werden sondern ein Freundeskreis mit Gleichgesinnten, eine Vereinsverwaltung in heutigen Sinne wollte DJ6QM nicht. Er beschloss daher, der FMC dürfe maximal 30 Mitglieder haben. Diese Zahl war aber bereits 1982 erreicht und so ersann unser CW-Opa DJ6QM folgenden Trick: An die Mitgliedsnummern über 30 wurden die Buchstaben a bis z angehängt und so konnte die Anzahl der Mitglieder um 26 auf maximal 56 erhöht werden.  Auch das reichte bald nicht mehr aus, nun gründete DJ6QM einen „Slow Speed Club SSC“ und einen „Very Slow Speed Club VSSC“, hierhin konnten nun weitere Interessierte ausgelagert werden. Das war eine interessante und spannende Zeit. 

DJ6QM konnte gut zeichnen, für die damaligen Mitglieder entwarf er die so genannten WANTED-QSL. Ab 1984 entstand der Morsekatechismus, zuerst als Loseblattsammlung. Die Sprüche des Morsekatechismus entstanden während mancher QSOs zwischen Fritz DJ6QM und Ben Kuppert DF8ZH, DF5DD brachte die Texte zu Papier und DJ6QM verzierte diese noch durch Randmalerei. Die fertigen Blätter wurden dann von mir kopiert und verbreitet. Später stellte uns Siegfried Anderle DL1DAZ gedruckte farbige Broschüren kostenlos zur Verfügung, auch farbige FMC-Aufkleber kamen aus seinem Betrieb. DJ6QM entwarf ebenfalls alle damaligen Diplome der AGCW-DL und er strahlte auch sehr viele Jahre unter DL0AF die Rundsprüche der AGCW ab. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens wurde das „Morse-Memory-Merit-Award MMMA“ herausgegeben und für besondere Leistungen in Telegrafie kostenfrei verliehen. Zum 200. Geburtstag von S.F.B. Morse wurde erstmals 1991 der „Morse-Memory-Day MMD“ veranstaltet. Fritz hat aber auch durch seine manchmal etwas nervende aber beharrliche Art manchen Newcomer dauerhaft zur Telegrafie gebracht, nicht zuletzt mich. 

Fritz Bach DJ6QM legte die Taste im November 1995 für immer aus der Hand. In diesen rund 20 Jahren hat er unseren FMC geprägt, manchmal aber auch eigenwillige Entscheidungen getroffen. Manch ein Mitglied wurde in den Jahren aus nicht nachvollziehbaren Gründen aus der Mitgliederliste gestrichen. So war z. B. auch ich mal in Ungnade gefallen, ich hatte mich erdreistet und hatte außer CW auch noch an RTTY Interesse gefunden, so etwas war in seinen Augen „Prothesenfunk“. So war das damals, das entschied Fritz ganz alleine. 

Da Fritz DJ6QM von Beginn an den FMC ganz allein leitete, entstand nach seinem Ableben zunächst ein Vakuum. Er hinterließ uns jedoch ein Vermächtnis: Die idealen Ziele des Amateurfunks, so wie er sie immer propagiert hatte. Dieses Vermächtnis war es wert, erhalten zu bleiben und so gab es ab Mai 1996 einen regen Gedankenaustausch zwischen DL7DO,  DL1ZQ und DF5DD  mit dem Ziel, den FMC weiter zu führen. Auch einige andere OP hatten sich für ein Weiterbestehen des FMC bekannt. DL7DO entwickelte ein „Internes Statut“, das die notwendigen Regularien beschreibt, quasi eine Art Satzung. Man kam überein, dass der FMC nicht mehr durch eine einzelne Person sondern durch ein Triumvirat geführt werden soll, damit es nicht wieder zu einsamen Entscheidungen kommen kann. 

Nach dem Tod von DJ6QM waren kaum schriftliche Unterlagen aus den Anfangsjahren des FMC vorhanden, so z.B. eine in der AGCW-Info veröffentlichte Mitgliederliste von 1981.  Eines der wenigen aktuellen Dokumente aus dieser Zeit war eine Mitgliederliste von 1994, die hierin aufgeführten Mitglieder wurden angeschrieben und  zu einem ersten Treffen in der Geschichte des FMC eingeladen. Von rund 40 deutschen Mitgliedern kamen mehr als ein Drittel, die übrigen hatten zuvor ihre Zustimmung zum Fortbestand des FMC bekundet. Die Versammlung verabschiedete das vorgelegte Interne Statut und bestellte Ralf DL7DO zum Ordensmeister, unterstützt von Werner DF5DD als Großmeister, Hans DL1ZQ als Altbruder strahlte die Rundsprüche ab. Die Aufgaben entsprechen in etwa einem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter und einem Schriftführer. 

Nach 6 Jahren Amtszeit trat DL7DO 2002 aus Altersgründen zurück, ebenso Hans als Altbruder. Nachfolger als Ordensmeister wurde Karlfried DL2DAB, der aber schon nach wenigen Monaten aus persönlichen Gründen aufgab. Die Führung übernahmen nun DF5DD, DL2FCA und DF4BV und das wurde ein gut eingespieltes Team. Rosel musste leider 2009 aus familiären Gründen aufgeben, für sie übernahm Jürgen DJ4EY die Aufgabe als Großmeister. Seit 2009 wird also unser FMC durch das Trio DF5DD, DJ4EY und DF4BV in gutem Einvernehmen geleitet. 

Am 18.11.1996 bekamen wir das Klubrufzeichen DLØFMC genehmigt, nach mehreren vergeblichen Versuchen erhielten wir endlich am 01.07.2004  den gewünschten Sonder-DOK „FMC“.  Das frühere MMMA-Diplom wurde in überarbeiteter Form  neu herausgegeben und wie in den ersten  Jahren kostenfrei verliehen. Ein monatlicher Rundspruch auf 80 Meter berichtet seither über das Klubgeschehen, an den übrigen Sonntagen trifft man sich im FMC-Net. Seit 2003 ist der FMC auch Mitglied der AGCW-DL mit der Nummer 3100. Auf der Homepage http://fmc-morse.de kann man viele weitere Details nachlesen. 

Jeweils am 2. Wochenende im  Oktober findet in Erwitte in Westfalen das traditionelle  Jahrestreffen statt, beim jährlichen CW-Wochenende in Erbenhausen in der Rhön jeweils im April treffen sich die dort anwesenden FMC-Mitglieder ebenfalls zu einer Mitgliederversammlung. Jeweils am 2. Sonntag im Monat wird ein QTC abgestrahlt ab 09:00 Uhr Ortszeit auf 3552 kHz, an den übrigen Sonntagen ist zur gleichen Zeit ein lockeres FMC-Net, in das sich natürlich jeder andere OP reinmelden kann, um evtl. eine QSL-Karte mit dem Sonder-DOK „FMC“ zu erhalten oder um für das Diplom zu arbeiten. Die Abstrahlung der QTC und die Leitung des FMC-Net hatte 13 Jahre lang Heinz DF4BV professionell durchgeführt, ab 2015 übernahm Jürgen DJ4EY diese Aufgabe auf Grund der besseren Abstrahlung. 

Aus Anlass des 220. Geburtstages von S.F.B. Morse im Jahr 2011 erhielt der FMC ein Sonder-Rufzeichen DA2MORSE und den Sonder-DOK „MORSE“ für den Zeitraum 01.01. bis 31.12.2011, dabei kamen rund 15.000 QSOs in die Logbücher. Aus Anlass des 40 jährigen Jubiläums wurde  2016 ein ganzjähriger Aktivitätswettbewerb ausgetragen, hierzu stiftete Ralf DK9PS einen Pokal. 

Bei den ersten Treffen in Erwitte hat Klaus DK7DO bzw. seine XYL Leni für die mitgereisten Damen kleinere Ausflüge bzw. Besuche in Erwitte und der Nachbarschaft veranstaltet. Von 2001 an bis 2015 wurde fast jedes Jahr ein offizielles Rahmenprogramm geplant: 2001 eine Besichtigung in der Warsteiner Brauerei, 2002 besuchten wir den Fernmeldeturm Meschede, 2003 das Afu-Museum von Willi DJ8CR in Büren, 2004 die Bilsteinhöhle in Warstein, 2005 das Nixdorf-Museum in Paderborn, 2006 gab es eine Stadtführung in Paderborn, 2007 eine solche in der Altstadt von Lippstadt, 2008 wurde die Wewelsburg besichtigt, außerdem gab es eine Fahrt nach Cuxhaven und Ottersdorf,  2009 gab es eine Planwagenfahrt ins Sauerland, 2010 besuchten wir nochmals die Warsteiner Brauerei, Hardy DL1VDL hatte zu einer Besichtigung von Dresden eingeladen, Heinz DF4BV hatte eine Fahrt nach Helgoland organisiert, die Überfahrt erfolgte auf dem alten Feuerschiff ELBE 1, wo wir auch als /mm aus dem Funkraum QSO fahren konnten. 2013 besuchten wir dann das Radio-Museum in Rheda, 2014 gab es eine Stadtführung in Erwitte, 2015 besuchten wir das Gastliche Dorf in Delbrück. Auf allgemeinem Wunsch unter Berücksichtigung unseres fortgeschrittenen Alters wurde auf weitere ähnliche Aktionen verzichtet.   

In den vergangenen 4 Jahrzehnten wurde nie um Mitglieder geworben, Publikationen in Amateurfunk-Zeitschriften waren in all den Jahren eher selten und der Mitgliederzuwachs war daher sehr gering. Wer als mögliches Mitglied auf den Bändern in Erscheinung tritt, kann dem Triumvirat vorgeschlagen werden. Die Aufnahme erfolgt in der Regel während eines Jahrestreffens bei einem speziellen Taufzeremoniell. Von unseren FMC-Mitgliedern sind 68 % zusätzlich im HSC, und 96 % sind ebenfalls in der AGCW-DL  Im Jubiläumsjahr 2016 fand ein Aktivitätswettbewerb statt, hierzu erhielten wir den Sonder-DOK “40FMC“. 

Wir müssen leider auch zur Kenntnis nehmen, dass durch den sehr geringen Mitgliederzuwachs der Altersdurchschnitt immer größer wird, der liegt zur Zeit bei knapp 70 Jahren. Unser ältestes Mitglied Willi DJ4FL ist Mitte 2017 mit 96 Jahren verstorben, derzeitiger Senior in unserer Runde ist Peter DL9SJ mit 91 Jahren. Jüngster ist Dan DL5SE mit 42 Jahren. Mit anderen Worten, wir alle werden langsam alt und sind vielleicht auch nicht mehr so funkaktiv wie früher. Werden wir deshalb ein Altherren- bzw. Damenklub? Vielleicht, der geringe natürliche Nachwuchs an jungen Telegrafisten in DL ist sehr überschaubar.    

Trotzdem, wenn wir heute auf vier Jahrzehnte FMC-Geschichte zurückblicken, dann können wir das mit Stolz tun, denn unser FMC hat einiges zur Erhaltung und zur Förderung der Telegrafie beigetragen. Wir sind neben den größeren Telegrafieklubs AGCW-DL und HSC nur eine kleine Gruppe, uns ging es aber früher und auch heute noch um einen kleinen überschaubaren Kreis von CW-Enthusiasten, eben den Freundeskreis S.F.B. Morse Club. Qualität geht vor Quantität. Weitere Infos sind  auf unserer Webseite http://fmc-morse.de nachzulesen.

Werner Hennig, DF5DD